Was kostet eine Seebestattung in Deutschland ?

Die Seebestattung findet immer mehr Anhänger

Seebestattung US NAviUm dem Thema gleich einmal die richtige Einleitung zu geben, sei an dieser Stelle eingefügt, dass eine Seebestattung in der Regel günstiger ist als eine Erdbestattung. Der Hinweis auf die Erdbestattung ist sehr wichtig, da sie immer noch die beliebteste Bestattungsart in Deutschland darstellt. Immer mehr Deutsche bevorzugen es, auf hoher See bestattet zu werden. Die Zahlen, die vom Bundesverband Deutscher Bestatter veröffentlicht werden, sprechen dabei auch eine ganz klare Sprache.

Seebestattungen sind in der Regel billiger als solche, die an Land durchgeführt werden. Strenge deutsche Gesetze und Vorschriften zur Bestattung oder Einäscherung einer verstorbenen Person mindern den Wettbewerb und erhöhen die Kosten. Die deutsche Bestattungs- und Friedhofsindustrie ist durch Gesetze geschützt, die, mit wenigen Ausnahmen, die Bestattung auf einem Friedhof zwingend vorschreiben. Die Bestattung auf dem Friedhof wird in der Regel auch dann vorgeschrieben, wenn der Verstorbene eingeäschert wurde.

Der Friedhofszwang ist dabei auch die gesetzliche Vorschrift, dass Verstorbene auf einem Friedhof beigesetzt werden müssen. Es ist dies eines dieser knappen deutschen Begriffe, welche grundsätzlich auf Jahre hindurch auch keine Ausnahmen zugelassen hatten. Davon betroffen war auch die Seebestattung, die bis auf wenige Ausnahmen (zum Beispiel bei der Marine) nicht möglich war.

Viele Beobachter meinen aber, dass die Struktur der Gesetze in Deutschland für eine Lockerung der Bestimmungen verantwortlich waren. Dazu muss man auch wissen, dass die Bestattungsgesetze in die Kompetenz der Länder fallen und damit auch einseitig Veränderung möglich werden. Man muss also nicht auf den Bund warten, bis auf Landesebene eine Veränderung herbeizuführen ist. Für Familien, die mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert sind, gab es daher auch es kaum eine freie Wahl.

Rechtlich relevante Bestimmungen zur Seebestattung

Der Kostenaspekt war nie ein Faktor bei der Seebestattung. Diese Ableitung kann man aus Sicht der rechtlichen Betrachtung treffen. In Deutschland ist sie zwar seit dem Jahre 1934 erlaubt, aber wurde in der Praxis kaum angewandt, weil der Friedhofszwang im starken Widerspruch stand. Es war also in der Praxis nur jenen Menschen vorbehalten, die einen starken Bezug zur See hatten und zum Beispiel als Seemann arbeiteten oder bei der deutschen Marine beschäftigt waren.

Ob man hier noch von einer Kostenersparnis reden kann, darf auch stark bezweifelt werden. Es sind hier aber keine Kosten bekannt und vermutlich auch sehr schwer festzustellen. Die Seebestattung wurde auch eigens in den Landesgesetzen geregelt. Daraus ist ersichtlich, dass der Verstorbene auch einen sehr starken Bezug zur See nachweisen musste, um eine Seebestattung zu rechtfertigen.

Dies war also praktisch nur dann möglich, wenn man selbst zur See gefahren ist. Heute hat sich vor allem auf Landesebene der Friedhofszwang gelockert. Bremen dient hier mit liberalen Bestattungsgesetzen als Vorreiter. Der Friedhofszwang gilt dahingehend, nämlich auch noch in Bremen. Es sind nur bestimmte Lockerungen erlaubt. So ist zum Beispiel die Bestattung auf privaten Grundstücken möglich. Über diese Umwege hat sich auch die Rechtsprechung schwergetan, gegen eine Seebestattung zu argumentieren, wodurch es heute auch zur gängigen Praxis wurde.

Dennoch muss die Seebestattung in vielen deutschen Bundesländern auch heute noch schriftlich genehmigt werden. Es wird auch hier der Friedhofszwang noch sehr streng ausgelegt und der Verstorbene bzw. seine Angehörigen müssen auch heute noch eine besondere Verbundenheit zur See nachweisen. Im Allgemeinen verfahrt man mit Seebestattungen auch lockerer als früher, was sich natürlich auch auf die Kosten auswirkt. Es ist nicht zweckführend, auf genaue Kosten einzugehen, aber zusätzliche Behördenwege werden natürlich auch als Kostentreiber gelten.

Senken Sie die Kosten durch eine rechtzeitig hinterlegte Verfügung

Um die Kosten zu senken, empfiehlt sich auch, rechtzeitig für eine Sicherung der Seebestattung zu sorgen. Sie sollten daher bereits zu Lebzeiten eine entsprechende Bestattungsverfügung beim zuständigen Amt Ihres Bundeslandes hinterlegen, indem die Absicht für eine Seebestattung dargelegt wird. Eine Bestattungsverfügung ist praktisch ein letzter Wille, wie mit seiner Leiche nach dem Tod zu verfügen ist. In der Praxis ist es hilfreich, auch einen Notar hinzuzuziehen. Sie kann auch jederzeit geändert oder widerrufen werden. Diesem Willen wird in der Regel dann auch entsprochen. Natürlich müssen auch dafür Kosten für die Amtswege und dem Notar veranschlagt werden.

Vorschriften, welche sich auf die Kosten der Seebestattung auswirken

Grundsätzlich gelten bestimmte Vorschriften für eine Seebestattung. Dies wirkt sich auch auf die Kosten aus. Es gibt auf dem Wasser ganz bestimmte Positionen, wo eine Seebestattung erfolgen darf. Je näher der Punkt zum Ufer gewählt wird, desto günstiger wird auch die Seebestattung sein. Es besteht hier aber Wahlfreiheit.

Diese Orte werden von den Wasser- und Schifffahrtsämtern bekannt gegeben und auch immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht. Es gibt Vorschriften hinsichtlich der Schiffe (so muss ein Schiff auch unter deutscher Flagge ausfahren, wenn nach den deutschen Bestattungsgesetzen bestattet wird) und Vorschriften der Bestattung selbst.

Die Urne bei einer Seebestattung muss aus einen bestimmten Material bestehen. Es kann also keine herkömmliche Urne genommen werden. Die Kosten für diese Urne liegen zwischen EUR 50 und EUR 250. Diese Urne muss aus einem wasserlöslichem Material gemacht sein. Aus diesem Grund ergibt sich auch der erhöhte Preis im Vergleich zu einer normalen Urne. Sie wird zum Beispiel aus Halith oder Anhydrit gefertigt. Eine normale Urne aus Kunststoff kostet bei etwa EUR 50.

Außerdem muss die Urne für die Seebestattung auch noch mit Kies, Sand oder Wasser beschwert werden, damit sie schnell absinken kann. Eine Kostenersparnis sollte aber auch noch erwähnt werden. Es dürfen bei einer Seebestattung keine Blumen oder Kränze in die See gelegt werden. Dies ist aus Umweltschutzgründen untersagt.

Die Kosten für Kränze können auch mehrere Hundert Euro ausmachen. Was den Ablauf der Seebestattung betrifft, so wird die Bestattung selbst mit einem Logbucheintrag festgehalten, der auch der Wasser- und Schifffahrtsbehörde vorgelegt werden kann. Da aber auch besondere Genehmigungen für die Schiffe benötigt werden, wird auch das die Kosten erhöhen. Sie werden aber als Teil der Fixkosten auch auf die Kosten umgelegt.

Je nach Gestaltung des Ablaufs variieren auch die Gesamtkosten. Es hängt natürlich auch davon ab, welches Schiff gewählt wird und für welche Zeremonie man sich entscheidet. All diese Faktoren entscheiden letztlich darüber, welche Kosten anfallen und wie hoch der Gesamtpreis der Seebestattung ist. Es gibt mittlerweile eigene Anbieter, die sich auf dieses Geschäft mit der Seebestattung spezialisiert haben.

Viele Anbieter arbeiten mit eigens lizenzierten Kapitäne zusammen, um den Angehörigen die beste Lösung zu bieten. Es werden unter Umständen auch noch zusätzliche Dienstleistungen angeboten, die ebenso extra zu bezahlen sind. So kann zum Beispiel eine Erinnerungsurkunde nach dem Gottesdienst an Bord an Verwandte und Freunde verschickt werden. Der Preis ist natürlich abhängig von dem Angebot, welches in Anspruch genommen wird. Werden Bilder mitgeschickt, kann es teurer werden als reine „blanko“ Trauermitteilungen.

Wird die Seebestattung für spezielle Glaubensrichtungen gemacht, dann kann dies auch Kosten verursachen. Ein Begräbnis zur See kann zum Beispiel für hinduistische Familien getan werden. Im islamischen und jüdischen Glauben werden Seebestattungen aufgrund vom Verbot der Einäscherung nicht gemacht. Die Kosten für eine Seebestattung reichen von EUR 1300 bis etwa EUR 2.500. In der Regel wird zwischen Standard-Leistungen und gehobenen Leistungen als Paket unterschieden, wobei aber noch zusätzliche Leistungen wie oben beschrieben, hinzubestellt werden können.

Die Kosten teilen sich dabei meist in Einzelposten auf. Zu den wichtigsten Einzelposten zählen zum Beispiel die Überführung, die hygienische Grundversorgung, die Totenbekleidung, das Ankleiden und Einsargung oder auch die Kostensätze für eine Kühlzelle. International sind die Kosten durchaus vergleichbar. In den USA zum Beispiel werden aber auch zum Teil USD 3.500 verrechnet.